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Fehlgriff bei der Stückwahl in Amstetten

Datum: 07. August 2014 | Autor:

Die Premiere von FLASHDANCE, im Rahmen des Amstettner Musicalsommers, wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Dennoch ein deutlicher Griff zum falschen Musical.



Die lang erwartete Musicalpremiere zu FLASHDANCE, als österreichische Erstaufführung, fand gestern in der neu gestalteten Johann-Pölz-Halle in Amstetten statt. Damit brachte man, nach Xanadu, einmal mehr, einen gut bekannten Stoff aus den 80er Jahren auf die Bühne.

Die Musicalversion, des Kinofilmes aus dem Jahr 1983, wurde im Juli 2008 in Plymouth uraufgeführt. Zu den bekannten Songs, wie Maniac, What a feeling, Gloria oder Manhunt wurden einige Songs, von Robbie Roth, hinzugefügt. Am Londoner West End wurde die Produktion vom 24. September 2010 weg, bis zum 15. Jänner 2011 gezeigt. Damit wurde die Show eher als geplant abgesetzt. Nach der gestrigen Premiere in Amstetten ist wohl auch hier deutlich klar, warum diese Show nicht zum Erfolg wurde. Eindeutig ein Fehlgriff bei der Stückwahl, denn das Team war deutlich motiviert die Produktion so professionell als möglich zu gestalten.

Im Bezug auf die Handlung sind wohl keine Fragen offen, dennoch fassen wir kurz zusammen:
Die Schweisserin Alex (Alexandra Owens) träumt von einer großen Tanzkarriere, doch fehlt ihr der Mut sich der Audition an der Shipley Tanzakademie zu stellen. Als sie der Junior-Chef, der Schweisserei, in einem Nachtklub tanzen sieht, verliebt sich dieser prompt in die ehrgeizige Alex und versucht ihr am Weg zur großen Chance zu helfen. Auch Alexs Ziehmutter ist fest davon überzeugt, dass ihr eine große Karriere bevorsteht. Als Alex erfährt, dass ihr ihr Chef den Termin zur Audition ermöglicht hat, weigert sie sich die Chance anzunehmen. Doch dank des Abschiedsbriefes ihrer verstorbenen Ziehmutter, rafft sie sich in letzter Sekunde auf und tanzt an der Shipley-Academy vor, wo sie schlussendlich aufgenommen wird.

Während in der Filmversion Alex von Tanzdoubles unterstützt wird, muss Alex im Musical natürlich selbst tänzerisch überzeugen. Das Cast war hervorragend zusammengestellt. Alleine Fabiana Denicolo, als Alex, wirkte im Vergleich zum restlichen Cast unterprobt und stimmlich dünn. Allerdings darf man hier nicht vergessen, dass Fabiana kurzfristig einspringen musste, da ihre Vorgängerin, Andea Sanches del Solar, wegen einer Knöchelverletzung, im Zuge der Proben zu Flashdance, kurzfristig ausfiel. Besonders hervorzuheben sind Dagmar Hellberg als überragende Hannah, sowie Riccardo Greco als charmanter Nick. Die Choreographie von Ramesh Nair war sensationell am Punkt und vom Ensemble genialst umgesetzt. Hierbei tanzten sich besonders Annakathrin Naderer, als Kiki und Maren Kern, als Tess, in den Vordergrund, aber auch gesanglich standen sich beide um nichts nach. Auch Jakob Semotan überzeugte mit seinen gesanglichen Qualitäten. Andreas Steppan gab eine schauspielerisch solide Leistung als Barbesitzer Harry ab. Man kann ganz allgemein von einem tollen Einsatz des gesamten Cast sprechen, welches immer wieder, mit powergeladenen Choreographien, Schwung in die, bis auf wenige Ausnahmen, absolut ohrwurmfreien Songs brachten. Natürlich wurde das Publikum bei Titel wie Maniac, Manhunt, Gloria oder I Love Rock'n'roll begeistert.

Werner Sobotka, der sowohl für Regie als auch Übersetzung Verantwortung zeigt, präsentierte eine sehr moderne Bühnenfassung. Die Übersetzung war gewohnt gut, wobei einige englische Sätze im Sprechtext seltsam wirken. Als Kulisse dient eine durchgende LED-Wand, welche jedoch für die kurze Distanz vom Publikum zur Bühne nicht unbedingt die besten Effekte erzielt. Für dieses moderne Bühnenbild war Roswitha Wilding-Meisel zuständig, die Kostüme von Elisabeth Gressel waren toll umgesetzt. Zu Licht (Michael Grundner) und Ton (Andreas Frei) gibt es nur die Reklamation, der teilweise ablenkenden LED-Wand im Hintergrund. Der Ton hat sich in der neu gestalteten Halle verbessert.

Wir hoffen, dass das Publikum dennoch von der Produktion begeistert ist und die Stückwahl sich nicht auf den Ticketverkauf für's nächste Jahr auswirken wird. Vielleicht wollte man auch, mit der halbstündigen Rede auf politischer Ebene, das Stück in Punkto Langatmigkeit in ein positives Licht rücken. Das Cast hat sich auf alle Fälle absolut Mühe gegeben.

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FLASHADANCE in AMstetten
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