Kritik

Auch die Götter wären sicherlich begeistert

Datum: 14. Mai 2015 | Autor: Matthias Buchegger

Alle Jahre wieder. Auch dieses Jahr begeistert das Theater im Neukloster, in Wiener Neustadt, das Publikum mit einer energiegeladenen Performance. Nach Hairspray und Blondel ist dieses Jahr ONCE ON THIS ISLAND (Einst auf dieser Insel) aus der Feder von Lynn Ahrens und Stephen Flaherty im Bernardisaal zu sehen.

Bereits am 1. Mai feierte ONCE ON THIS ISLAND in Wiener Neustadt seine Premiere. Heute, am 14. Mai, konnten auch wir uns von der Performance des Theaters im Neukloster überzeugen.

Die Handlung

Auf einer Insel in der Karibik leben Menschen aus zwei Schichten. Einerseits rechts die privilegierten, hellhäutigen, in einem Hotel lebenden, Nachkommen der französischen Plantagenbesitzer und deren Sklaven, anderseits links die armen, in der Wildnis hausenden, dunkelhäutigen, Bewohner. Als das Weisenmädchen Ti Moune eines Tages zu den Göttern betet, sie möge einen Grand Homme kennen lernen, lachen sie diese vorerst aus. Doch Erzulie, Göttin der Liebe, verlangt, dass man der Bitte nachkommen sollte, da die Liebe stärker als alle Elemente sei. Papa Ge, Dämon des Todes, nutzt diese Chance und schlägt vor zu prüfen, ob Liebe oder Tod stärker ist. Agwe, Gott des Wassers, sorgt dafür, dass sich Ti Moune und Daniel Beauxhomme, ein junger Grand Homme, treffen.

Ti Moune befreit Daniel aus seinem Auto, mit dem er, aufgrund des starken Unwetters verunglückte und pflegt ihn Tag und Nacht. Als Daniels Vater erfährt wo dieser sich befindet, lässt er ihn zurück ins Hotel bringen. Ti Moune will nicht aufgeben und folgt ihm, doch hat sie kein leichtes Spiel den erschöpften Daniel davon zu überzeugen, dass sie es sei, der er sein Leben verdankt. Erst die Erwähnung einer Narbe auf seiner Brust überzeugt ihn davon, und er lässt sich von Ti Moune weiterhin pflegen. Während im Volk die Gerüchteküche brodelt, wird Ti Moune schließlich erklärt, dass Daniel bereits einer anderen Frau, aus gutem Hause, versprochen sei. Als Papa Ge auf Grund der gescheiterten Liebe ein Leben fordert, soll Ti Moune Daniel töten, bringt dies jedoch nicht über sich. Ti Moune stirbt, und die Götter trauern. Papa Ge erlaubt ihr als Baum wiedergeboren zu werden, der die Tore des Hotels aufreißt, das den Start in ein gemeinschaftliches Zusammenleben der beiden Inselhälften bedeutet.

Schöne Inszenierung mit tollen Choreographien

Vorerst muss man wissen, dass das Ensemble des Theater im Neukloster hauptsächlich aus Laien besteht. Dies immer im Hinterkopf behalten muss man sagen, dass die Produktion, wie bereits gewohnt, extrem hochwertig inszeniert wurde. Besonders beeindrucken ist das deutlich euphorische Cast, das von Beginn an ganz klar zeigt, wie gerne es auf den Brettern, die die Welt bedeuten, steht. Und genau diese Euphorie ist es, die das Ensemble auch bei den Choreographien, welche übrigens von Sarah Chiappi besonders toll zusammengestellt wurden, so gewaltige Leistungen erbringen lässt. Auch Klemens Patek, der für die musikalische Leitung des Gesangs Verantwortung zeichnet, muss für die saubere Stimmführung im Ensemble hervorgehoben werden. Die Band unter der Leitung von Josef Pinkl rundet das musikalische Gesamtbild toll ab. Kostüme, Ausstattung, Bühnenbild und Regie kommen von Familie Scherz, die mit Harald Scherz (Bühnenbild), Irene Scherz (Kostüme und Ausstattung) und Florian Scherz (Regie) eine ansehnliche Leistung erbrachten.

Immer wieder die Technik

Man darf sich diesmal ja kaum über die technische Leistung beschweren, da, vor allem für eine Laienproduktion, kaum Negatives zu berichten ist. Das Lichtdesign von Florian Scherz war, bis auf Kleinigkeiten, sehr stimmig und der Ton war durchgehend Störungsfrei. Alleine das Sounddesign hätte man hier feiner gestalten können. Vor allem die Lautstärke ist immer wieder eine Gradwanderung, da man es kaum jedem Besucher recht machen kann, doch hätte diese etwas angehoben werden können. Die Mischung aus Band und Gesang war gut, doch hätte man auf die Stimmen im Gesang ruhig mehr Hall legen können, um die Sänger stärker zu unterstützen.

Doch wie gesagt: Selten haben kleine Produktionen so einen störungsfreien technischen Betrieb.

Noch bis Ende Mai zu sehen

Wir wünschen noch TOI TOI TOI für die restlichen Vorstellungen und hoffen auf ein Wiedersehen im Jahr 2016.

Die restlichen Aufführungen
16. Mai 2015, 19.30 Uhr
17. Mai 2015, 18.00 Uhr
24. Mai 2015, 18.00 Uhr
30. Mai 2015, 19.30 Uhr

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ONCE ON THIS ISLAND, Szenenfoto
ONCE ON THIS ISLAND, Szenenfoto
ONCE ON THIS ISLAND, Szenenfoto
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