Premierenbericht

Elisabeth begeistert nun auch Linz

Datum: 09. Juli 2015 | Autor: Philippe Beck

Linzer Premiere des Meisterwerks, aus der Feder von Silvester Levay und Michael Kunze. Elisabeth - Das Musical feierte heute Abend seine Linzer Erstaufführung im Linzer Musiktheater. Linz zeigte sich begeistert.

1992 feierte ELISABETH - Das Musical, aus der Feder von Silvester Levay und Michael Kunze, seine Uraufführung in Wien. Nach vielen schlechten Kritiken war es umso schöner, dass ELISABETH doch zum erfolgreichsten, deutschsprachigen Musical wurde. Mittlerweile durften fast 10 Millionen Besucher das Musical in Japan, Ungarn, Schweden, Holland, Italien, Belgien, Finnland, der Schweiz, Korea, Deutschland und natürlich Österreich erleben. Zum ersten mal wird Elisabeth - Das Musical nun auch in Linz präsentiert. Bei der heutigen Premiere hießen die Linzer den Musicalhit begeistert willkommen.

In der Tour-Version des Musicals wird sehr viel mit Drehbühnen gearbeitet. Das Bühnenbild besteht hauptsächlich aus bewegbaren Wänden, die von Visualisierungen beleuchtet werden. Die Kostüme sind, wie gewohnt, perfekt gestaltet, das Lichtdesign sehr ansprechend. Spannend war für uns auch das Sounddesign, welches manche Stimmen ungewohnt deutlich hervorholte. Die Produktion konnte so neu erlebt werden. Manche Darsteller waren leider etwas zu "dumpf" eingestellt. So vor allem Luigi Lucheni, doch hatte man das Gefühl, dass die Einstellungen im zweiten Teil etwas besser waren. Vielleicht hat man sich jedoch auch daran gewohnt. Absolut hörenswert war in jedem Fall die kräftige Abmischung des Tons, die für das Linzer Musiktheater außergewöhnlich prächtig war.

Als Elisabeth tourt derzeit Roberta Valentini, die die Rolle ganz bezaubernd gestaltet. Der Wandel von der jungen, naiven zur emanzipierten Elisabeth, mit fortgeschrittenem Alter, wurde absolut real dargestellt. Auch stimmlich muss sich Roberta definitiv nicht verstecken, sie bleibt auch bei Variationen in ihrer sicheren Range und dadurch stimmlich durchwegs solide. Elisabeths Mörder, Luigi Lucheni, wird von Kurosch Abbasi dargestellt, der schauspielerisch absolut überzeugen konnte, doch war er wohl heute stimmlich nicht ganz in der Höhe, denn wer Kurosch schon mal als Luigi gehört hat, weiß, dass da noch mehr drinnen wäre. Musicalstar Mark Seibert wurde vom Linzer Publikum mit Gekreische, absolut gerechtfertigt, gehuldigt. Als Elisabeth-Profi lässt Mark, in der Rolle des Tods, keine Wünsche offen. Angelika Wedekind präsentiert sich, in der Rolle der Erzherzogin Sophie, schauspielerisch souverän, doch hat sie Probleme mit den hohen Passagen der Songs. Stimmlich lässt Thomas Hohler als Erzherzog Rudolf aufhorchen. Das Ensemble ist durchwegs ideal gecastet.

Die meisten falschen Töne kamen diesmal vom Liveorchester, das sich jedoch dennoch sehr professionell präsentierte. Schade nur, dass die Produktion nicht ohne Elektrosounds auskommen kann. Wer die Wiener Version im Ohr hat ist an manchen Stellen doch etwas enttäuscht. Fairerweise muss man sagen, dass es natürlich bei einer Tourproduktion nicht so einfach ist, 35 Musiker mitzunehmen, und auch in allen Theatern unterzubringen. Von den Kosten ganz zu schweigen.

Die Produktion ist in jedem Fall einen Besuch wert. Wenige Restplatzkarten sind noch verfügbar.

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