Premierenbericht

Hedwig alias Riccardo Greco rockt Linz!

Datum: 21. November 2015 | Autor: Philippe Beck

Die Premiere von HEDWIG AND THE ANGRY INCH, am Linzer Landestheater, war ein voller Erfolg. Riccardo Greco brilliert stimmlich als auch schauspielerisch!

Hedwig Schmidt, geboren in Ost-Berlin, war Produkt einer unter schlechtem Stern stehenden Ost-West-Beziehung. Ihr Vater, ein amerikanischer Soldat, verließ die Familie als Hedwig noch ein kleiner Hansel war.

Auf der Suche nach seiner verlorenen Hälfte lernt er 1988 den Amerikaner GI Luther kennen und lieben. Um eine Heirat zu ermöglichen wird Hansel durch eine Geschlechtsumwandlung, bei einem betrunkenen Arzt, zu Hedwig. Doch das Ergebnis ist ein “angry inch”, ein zorniger Zoll, der Hansel bzw. Hedwig zwischen den Geschlechtern stehen lässt.

Dennoch gelingt die gemeinsame Ausreise nach Amerika, wo Hedwig bald verlassen wird und im Fernsehen den Fall der Mauer ansehen muss. Sie verliebt sich in den 16-jährigen Tommy Speck, den Sohn eines Armeegenerals, den Hedwig als ihre verlorene Hälfte erkennt. Nachdem Hedwig Tomy zu einem erfolgreichen Rockstar, Tommy Gnosis, formt, verlässt dieser Hedwig. Während sie in schäbigen Clubs und Kellerlokalen, kaum vor Publikum, singt, bespielt Tommy Stadien und Hallen mit den von ihr komponierten Songs.

Das 1998 in New York uraufgeführte Musical wurde von John Cameron Mitchell und Stephen Trask geschrieben. Übersetzt wurde das Werk von Rüdiger Bering und Wolfgang Böhmer. In der Rolle der Hedwig brilliert Riccardo Greco gesanglich und spielt sich in die Herzen des Publikums. Gekonnt fesselt er die Zuseher auf seiner Reise zwischen Comedy-Club und hedwigscher Gefühlsachterbahn. Yitzhak, Hedwigs Mann, wird in der Linzer Fassung von Ariana Schirasi-Fard gespielt, die durchaus männlicher wirkte als man(n) ihr  zutrauen würde. Stimmlich steht Ariana Riccardo um nichts nach und selbst als Kammerafrau macht sie eine gute Figur. Die, musikalisch sehr hochwertige, Band “The Angry Inch” wird oftmals auch gleich in die Geschehnisse mit eingebunden und selbst das Publikum darf sein musikalisches Können unter Beweis stellen.

Um Enttäuschungen vorzubeugen sollte man sich nicht auf einen gewöhnlichen Musicalabend einstellen, ist HEDWIG AND THE ANGRY INCH doch eher ein Rockkonzert+. Technisch kann man hier maximal die Schwierigkeit der Mikrofonierung als negativ erachten, doch scheint dies dem Stuck angepasst zu sein, und schließlich geht in dem kleinen Rahmen der BlackBox auch ein nicht mikrofonierter Satz nicht unter.

Alles in allem eine erfolgreiche Inszenierung von Johannes von Matuschka mit extravaganten Kostümen von Christoph Rufer. Jeder, dessen Interesse nun geweckt wurde, sollte sich noch schnell Tickets sichern. Und all jene, die sich eine kleine Kostprobe nicht entgehen lassen wollen, können sich am 7. Dezember, ab 19.30 Uhr, im Rahmen des Pink Christmas Adventmarkt am Wiener Naschmarkt selbst von der Qualität der Produktion überzeugen.

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HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
HEDWIG AND THE ANGRY INCH am Linzer Landestheater, Szenenmotiv
Riccard Greco als Hedwig in HEDWIG & THE ANGRY INCH in Linz
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