Kritik

Weihnachtliche Produktion am Salzburger Landestheater: Annie

Datum: 31. Dezember 2015 | Autor: Lisa Perner

Zum ersten Mal spielte heuer das mit sieben Tony Awards renommierte Musical „Annie“ (Musik: Charles Strouse) im Landestheater Salzburg. Mit gängigen Melodien wie „It’s a hard knock life“ und „Tomorrow“ inszeniert und choreografiert Kim Duddy einen Klassiker für Groß und Klein.

Annie spielt kurz nach dem Börsenkrach in den 30er Jahren. In einem abgekommenen Waisenhaus treibt die Betreuerin Miss Hannigan (Franziska Becker) ihr Unwesen und tyrannisiert die aufgeweckten Mädchen. Eines dieser Kinder, Annie (Clara Stein), ist sich sicher, dass ihre Eltern zurückkommen und sie nach Hause bringen werden. Nach mehreren Ausbruchversuchen und Suchaktionen wird die kleine Annie schließlich von dem viel beschäftigten und einflussreichen Milliardär Oliver Warbucks (Uwe Kröger) aufgenommen. Durch ihre warmherzige Art gewinnt Annie dessen Herz und wird trotz Intrigenversuch zweier Ganoven von dem reichen Mr. Warbucks adoptiert.

Trotz eines tollen Kinderensembles und einem Hund als Statist auf der Bühne will der Funke nicht ganz überspringen. Der Hauschor scheint bei fast allen musikalischen Nummern überfordert mit den energetischen Musicalmelodien und wirkt beinahe kraftlos, vielleicht teilweise auf Grund der schlecht eingestellten Tontechnik. Ebenfalls gibt es für das Orchester durchaus Luft nach oben.

Ein Lichtblick ist Franziska Becker, welche in der Rolle als gemeine Betreuerin sowohl gesanglich als auch schauspielerisch aufblüht. Unterstützt wird sie von ihrem fiesen Bruder (solide Sascha Oskar Weis) und dessen Partnerin, gespielt von Anna Carina Buchegger, die trotz kleiner Rolle sehr positiv heraussticht. Clara Stein meistert in ihren jungen Jahren diese große Verantwortung gekonnt, zeigt in manchen Momenten bemerkenswertes Potenzial und Können. Als bekannte Größe zeigt sich Routinier Uwe Kröger und bringt seine Rolle als Milliardär größten Teils souverän auf die Bühne.

Punkten können insbesondere die erfrischend frechen und detailverliebten Kostüme (Monika Buttinger) und das sehr gut durchdachte Bühnenbild (Court Watson).

Auch wenn es manchmal den Anschein hatte, dass die Weihnachtsfeiertage noch ihre Spuren der Erschöpfung hinterlassen haben und die Spielfreude noch schlummert, ist „Annie“ ein sehr besinnliches Stück, mit heiteren Momenten. Das Publikum nahm das gelungene Gesamtkonzept durchwegs positiv und euphorisch auf. Somit ist diese Inszenierung vor allem für Familien einen Theaterbesuch wert!

Über unsere Social Media Kanäle keine wichtigen Infos mehr verpassen

Bezahlte Werbeanzeige
Bezahlte Werbeanzeige
Gesponserte Werbeanzeige
Gesponserte Werbeanzeige