Kritik

Eating Raoul - Wenn Spießer unter die Swinger gehen...

Datum: 27. Januar 2016 | Autor: Philippe Beck

Die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien hat seit diesem Semester nicht nur einen neuen Namen, sondern auch einen neuen Studiengangsleiter - Werner Sobotka, und genau dieser holte nun EATING RAOUL als österreichische Erstaufführung nach Wien. 14 Studenten der Abteilung musikalisches Unterhaltungstheater fanden in der Produktion Platz und präsentieren sich dem Wiener Publikum hoch professionell.

Der erst seit September, an der MUK, amtierende Studiengangsleiter Werner Sobotka, holte für seine Studenten das Musical EATING RAOUL als österreichische Erstaufführung nach Wien.

Die Handlung an sich ist platt, doch dank der Regiearbeit von Werner Sobotka präsentiert sich EATING RAOUL in Wien als trashige Komödie, die dem Zuseher das Lachen nicht verkneifen lässt.

Handlung

Kurz zusammengefasst handelt EATING RAOUL von dem Ehepaar Blass, zwei prüden, konservativen Christen, die in Los Angeles eine Wohnung behausen und kurz vor der Erfüllung ihres größten Traumes - einem von Sünden unbefleckten Gasthof - zu stehen scheinen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Paul Blass erbittet bei seinem Chef die, längst versprochene, Lohnerhöhung und wird entlassen und Mary Blass wird von ihrem Chef und kurz danach von ihrem Bankberater sexuell belästigt, während Paul verzweifelt nach seinem Auto sucht und, bei dem Versuch einer Politesse den Diebstahl seines Wagens zu melden, gleich noch zwei Strafzettel kassiert. Zu Hause angekommen kämpfen sich die beiden durch eine dort swingende Gemeinschaft in ihrer Wohnung. Als es später an der Tür klingelt und sich einer dieser obszönen Sexbesessenen beinahe an Mary vergreift, schlägt Paul diesen mit der Bratpfanne KO. Als die beiden erkennen, dass dieses "grapschende Monster" sogar das zeitliche gesegnet hat, brechen diese vorerst in Panik aus, doch erkennen sie schlussendlich die wirtschaftlichen Möglichkeiten, als sie ein Bündel Geld aus des Toten Tasche ziehen.

Über eine Sendung im offenen Kanal bewerben sie ihr neues Geschäftsmodell, doch als der mexikanische Hausmeister Raoul eines Tages mitten in der Nacht in der Wohnung steht, um die beiden auszurauben, wird ein Pakt geschlossen - ab sofort arbeiten die drei zusammen, Raoul zeigt sich nun für die Entsorgung der Leichen verantwortlich. Während Mary Raoul sexuell immer anziehender findet und sich von ihm verzaubern lässt, riecht Paul Lunte und erkennt schlussendlich, dass Raoul mit den Autos der Verstorbenen ein eigenes lukratives Geschäft aufgebaut hat. Als Paul und Raoul beginnen sich um Mary zu prügeln muss diese eine Entscheidung treffen. Als kurz darauf der Kauf des Gasthofes besiegelt wird geben Mary und Paul dem Immobilienmakler eine Kostprobe ihrer Kochkünste. Ein mexikanischer Eintopf.

Talentiertes Cast - Kurzweilige Inszenierung

Das Cast, bestehend aus 14 Studierenden aus zweitem und drittem Jahrgang der MUK. In den Hauptrollen der Mary Blass und des Paul Blass begeistern Cassandra Schütt und Daniel Eckert sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Der schmierige Mexikaner, Raoul, wird von Florian Sebastian mit perfektem Akzent dargestellt, doch ist die Verständlichkeit komplett dahin, wenn es dann ans Singen geht. Auch Linda Fischer als Donna Dominante ist leider kaum verständlich, dafür überzeugt die Darstellung als Domina umso mehr. Simon Stockinger spielt und tanzt sich, mit seiner unglaublichen Körperspannung und seiner gekonnten Mimik, vor allem in die Herzen der Zuseher. Cornelia Mooswalder, Alexandr-Yoana Alexandrova und Enny Alejandra Grijalva-Villalabos präsentieren sich als stimmgewaltiges Gesangstrio, wobei Enny Alejandra leider aufgrund ihrer sprachlichen Barrieren deutlich heraussticht.

Das restliche Ensemble, bestehend aus Florine Schnitzel, Diana Schniererova, Katharina Gorgi, Kaj Luis Lucke, Thomas Wagenhammer und Lukas Weinberger präsentieren sich durchwegs energiegeladen und setzen die Choreografien von Timo Radünz gekonnt, punktgenau um. Das Ergebnis der Regiearbeit von Werner Sobotka ist gewohnt kurzweilig, pointenreich und lässt die Jungdarsteller kaum von richtigen Bühnenprofis unterscheiden. Das Bühnenbild von Sam Madwar ist schlicht doch genial wandelbar. Der Ton von Michael Schmidt und Florian Widhalm könnte teilweise etwas klarer sein, doch wird auch hier auf hohem Niveau gearbeitet. Das Lichtdesign von Dulcinea Jan rundet die Produktion mit stimmungsvollen Szenen ab.

Wer sich also gerne unterhalten lässt ist bei EATING RAOUL genau richtig. Die Produktion ist noch bis Freitag, 29. Jänner 2016 jeweils um 19.30 Uhr in der Johannesgasse 4a in 1010 Wien zu sehen. Ein Besuch ist die Produktion in jedem Fall wert.

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EATING RAOUL in Wien, Szenenmotiv
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