Premierenbericht

Musical-Comedy vom Feinsten - Sarg niemals nie

Datum: 02. November 2016 | Autor: Philippe Beck

Am 24. Oktober feierte SARG NIEMALS NIE seine Wien-Premiere, in der beliebten Theatercouch, von Musicaldarsteller Rory Six. Das Drei-Personen-Stück begeisterte das Publikum sichtbar. Comedy vom Feinsten mit außergewöhnlichem Inhalt.

Es ist tatsächlich schon schwierig mit Musical ein Thema zu behandeln, das noch nicht beinahe überstrapaziert wurde, doch in SARG NIEMALS NIE wurde eine spaßige Story mit guten Songs verknüpft, und in einem abendfüllenden Comedy-Musical zusammengeführt.

Spaß mit Toten

Die Handlung kann durchaus als kreativ bezeichnet werden. David führt den Familienbetrieb, ein Bestattungsunternehmen, doch das Geschäft läuft nicht nach Erwartung. Schon länger schreibt das Unternehmen rote Zahlen, das Geld ist knapp, doch trotz der Zahlungsunfähigkeit, möchte die einzige Angestelle, polnische Haushälterin und in David verliebte Dakmar weiter arbeiten, und verzichtet vorläufig auf ihr Gehalt.

Als Davids Idee, aus Pax-Schränken kostengünstigere Särge zu erzeugen, um gegen die Billigketten "Mac Sarg", "Burgersarg" oder "Sarkozie" erneut konkurrenzfähig zu werden, nicht aufgeht, erscheint auch noch Davids Esoterik-Bruder Tim, der sich "sein" Geld abholen möchte, um seine Schulden in Indien zu tilgen. Der Herumtreiber mit Hang zum Kamasutra (abgeschlossenes Studium) hat allerdings die rettende Idee: "Wir machen aus Asche Asche!" und so wird nach viel Überredungskunst aus Hrn. Schmitt - Shit. Das Geschäftsmodell, die "urnierten" Kunden als Special-Shit zu verkaufen, geht absolut auf.

In kürzester Zeit sind alle Geldsorgen vergessen, bis die Polizei an der Türe klingelt. Doch Fehlalarm, denn es stellt sich heraus, dass die Polizei einen markenrechtlichen Fall aufklären will, sie sucht nämlich jemanden, der Särge aus Pax-Schränken produziert hat. Nach großen Zahlungen an einen niederländischen Möbelkonzern hat sich auch dieser Sachverhalt geklärt. Und aus dem Laden für Bestattungen wird... eine Pizzeria. Der Ofen ist ja noch neu.

Gut dosiert

Das Thema Tod wird in Österreich nicht gerne thematisiert, und man kommt schnell an die Grenzen der gefühlten Unmöglichkeit. SARG NIEMALS NIE kratzt durchaus immer wieder an diesen Wänden, die unsererseits wohl "Anstand" nennen würde, schafft es allerdings das Publikum mit Witz zu überzeugen und nicht zu schockieren. Eine perfekt dosierte Mischung aus Provokation und Humor, die auch beim Wiener Publikum gut angenommen wird. Die Autoren Dominik Wagner, Christoph Reuter und Cristin Claas, kreierten 2013 ein stimmiges Musical, das von Rory Six nun nach Wien geholt wurde. Joanna Godwin-Seidl inszeniert das Stück als humorvolle Alltagsgeschichte, wodurch das Publikum mit den Darstellern gut mitfühlen kann, und die meisten Pointen super funktionieren.

Bühnenprofis spielen sich in die Herzen der Zuseher

Auf der kleinen Off-Theater-Bühne sind Rory Six als David selbst (Theaterbesitzer) mit Caroline Frank als Dakmar und André Bauer als Tim zu sehen. Die drei Bühnenprofis spielen sich gekonnt in die Herzen der Zuseher und nutzen die Nähe zum Publikum mit einigen Interaktionen. Die Choreographie von Jerôme Knols sorgt zusätzlich für viele Lacher und fügt sich somit perfekt in die Inszenierung. Am Klavier sitzt Birgit Zach, die auch für die musikalische Leitung verantwortlich ist, und begleitet den Cast ganz wunderbar. Die Songs sind keine Kassenschlager, frischen allerdings die Handlung gut auf und helfen den Abend kurzweilig zu halten.

Weitere Termine

Das Musical ist noch heute (2.11. um 19.30 Uhr) und morgen (3.11. um 19.30 Uhr) in der Theatercouch in der Schönbrunner Straße 238, 1120 Wien zu sehen und kann nur empfohlen werden. Für Publikum, das einen Abendausklang mit guter Comedy sucht, super geeignet.

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SARG NIEMALS NIE in Wien
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