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Jesus Christ Superstar vs. Judas Ischariot in München

Datum: 19. Mai 2017 | Autor:

Das in den 70gern kreierte Kultmusical hatte am 18.Mai, in der Reithalle München, neu inszeniert durch das Staatstheater am Gärtnerplatz, Premiere und wurde vom Publikum mit „standing ovations“ belohnt.



„woher kommen wir, wohin gehen wir, wonach suchen wir“ So projizierte der Beamer zu Beginn der Vorstellung des Staatstheaters am Gärtnerplatz an Wände und Boden der Spielstädte. Die mit auffällig vielen Scheinwerfern bestückte Reithalle bot sowohl zu beiden Seiten des Geschehens, als auch auf einer gestuften Tribüne, Platz für die Premierezuschauer die zahlreich erschienen waren. Der Intendant und gleichzeitig Regisseur des Stücks, die Choreografin, viele Mitarbeitende, deren geladene Gäste und die Presse saßen im Publikum. Zusätzlich wurden, auf einem Bildschirm in einem Durchgang, Interviews mit den Mitwirkenden und Infos zur Produktion abgespielt.

Die letzten Wochen im Leben von Jesus und seinen Jüngern sind in vielen Filmen, Kunstwerken und Bühnenstücken thematisiert worden. So auch in Jesus Christ Superstar. Jedoch wird schon zu Beginn in diesem Musical der zweifelnde Blick des Judas Ischariot, im Bezug auf den Personenkult um Jesus, in den Vordergrund gerückt. Zugleich fürchtet die Priesterschaft um Kaiphas politische Unruhen und plant Jesus aus dem Weg zu räumen und der römische Stadthalter Pontius Pilatus träumt von der bevorstehenden Hinrichtung Jesu und seiner Mitschuld daran. Nach der wütenden Vertreibung der Händler aus dem Tempel durch Jesus wird der Blick auf Maria Magdalena als Geliebte Jesu gerichtet, die mit ihrer Beziehung hadert. Wenig später verrät Judas, in der Absicht die „außer Kontrolle geratene Botschaft“ zu stoppen, Jesus Aufenthaltsort an die Priester. Es folgt das letzte Abendmahl in dem Jesus den Jüngern sein Ende durch Verrat und Verleugnung voraussagt. Daraufhin verlässt Judas die Gemeinschaft und Jesus bleibt im Garten Gethsemane allein zurück, wo er ein letztes Mal mit seinem Schicksal kämpft und schließlich durch Judas Kuss verraten wird. Als die Menge sich nun gegen Jesus wendet verleugnet Petrus seine Jüngerschaft um sich selbst zu retten und Maria Magdalena wird Zeugin dessen. Jesus wird vor Pontius Pilatus geführt, der zunächst den Angeklagten versucht an König Herodes zu verweisen. Indes wünschen sich die Jünger mit Maria Magdalena einen spirituellen Neuanfang und Judas erhängt sich, da er die Schuld nicht ertragen kann. Pilatus muss sich dem Urteil der aufgebrachten Menge unterordnen und verurteilt Jesus zum Tod am Kreuz. In einer Vision erscheint Judas ein letztes mal und konfrontiert Jesus mit seinen Zweifeln um die Richtigkeit Jesu Handelns. Jesus wird verhöhnt und ans Kreuz geschlagen, doch vergibt seinen Peinigern und überantwortet seinen Geist in Gottes Hände.

Im Streetstyle und mit großer Beamer- und Lichter (Michael Heidinger / J. E. Köpplinger) Show versucht das Ensemble um Josef E. Köpplinger die 70ger Jahre Kult Show in aktuelle / heutige Bezüge einzubetten und überzeugt doch vor allem in den reduzierten Szenen.

Köpplinger inszeniert seinen Jesus als modernen Medien Helden dessen Jünger mit Smartphones seine Botschaft überall verbreiten. Durch den reduzierten Bühnenaufbau, (Rainer Sinell) einem Balkonartigen Eisengerüst, das zwei Treppenaufgänge besitzt und unterhalb wie ein Container abgeriegelt werden kann, bekommt da Ganze etwas von einer Straßengang die mit ungewöhnlich viel Licht, Beamereinsätzen, variablem Lichtelement, LEDleiste im Boden und und und bestrahlt wird. Hinter dem Geschehen immer wieder einsehbar, die Musiker (Leitung: Jeff Frohner), die gut,wenn auch akustisch nicht perfekt, mit dem Gesang abgestimmt spielen und musikalisch auch nicht viel neues wagen. Genauso im Streetstyle gehalten sind Kostüme (Anja Lichtenegger) und Maske der Darsteller, die im Gegensatz zum Glamour-, Business- und Militärdress der Gegner der „Straßenbewegung“ stehen.

Eine schnell getaktete Musical- Inszenierung, die viel Show verspricht. Besonders hervorheben kann man jedoch gerade eine Szene die vielleicht gerade wegen ihrer reduzierten Mittel und ihrer Authentizität besticht. Pilatus (Erwin Windegger) Alptraum nämlich.

Ricarda Ludigkeits Choereografien sind oft mit dem Spiel der Darsteller kombiniert, wobei es vieles „Kraft posen“ der Jünger gibt und wenig tänzerische Highlights.

Die Darsteller sind gut aufeinander eingespielt obwohl man sich manchmal weniger Show und mehr Authentizität wünscht. Armin Kahl und David Jakobs geleiten als Jesus und Judas durch den Abend. Bettina Mönch und Benjamin Oeser verkörpern Maria Magdalena und Petrus. Die Jünger, meist Kraft protzend, werden gespielt von: Maximilian Mayer, Jens Olsen, Nicola Gravante, Lars Schmidt, Christian Schleinzer, Michael B. Sattler, Alexander Moitzi, Claus Opitz, Peter Neustifter und Carl van Wegberg. Im ersten Auftritt sehr überzeugend ist Erwin Windegger als Pontius Pilatus und Previn Moore als Herodes, zeigt den luxuriösen Soul Macho. Die an kaltherzige Business- Menschen erinnernden Priester spielen: Levente Pall, Juan Carlos Falcon, Dirk Lüdemann, Holger Ohlmann und Frank Berg.

Jesus Christ Superstar in München: ein Musical für alle die Jesus und seine Jünger schon immer als „Streetfighter“ sehen wollten.


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