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KritikÖsterreich

Sissis Geschichte wirkte noch nie so langatmig

Datum: 29. Januar 2013 | Autor:

Bei der Aufführung der Tour von SISSI - Liebe, Macht & Leidenschaft im Linzer Brucknerhaus mussten wir feststellen, dass der eigentlich so interessante Stoff unserer österreichischen Geschichte auch sehr ermüdend wirken kann.



Mit großer Erwartung besuchten wir Montag Abend die Aufführung der Tourproduktion SISSI - Liebe, Macht & Leidenschaft im Linzer Brucknerhaus und wurden massiv enttäuscht. Die Version von Jean Müller lehnt sich sehr an die bekannten Sissi-Filme an und beinhaltet sogar Textpassagen daraus. Komponist George Amade verwendet verschiedenste Genre der Musikszene, wodurch man ständig zwischen Welten hin und her gerissen wird. Plötzliche Wechsel von klassischen, professionell eingespielten Kompositionen, die oft wissentlich aus anderen Werken sind, kreuzen sich mit billig klingenden Synthesizer-Aufnahmen. Die Darbietung war ein absolutes Regiedisaster in dem man allerdings das Ensemble sehr positiv hervorheben muss, welches sichtlich extrem bemüht war. Besonders stach Publikumsliebling FRANZ SUHRADA als Major Krespl hervor, der dem Stück die notwendige Auflockerung gab.

Das technisch bestens ausgestattete Brucknerhaus wurde mit einer einfachen Traverse versehen, die nicht mit genügend Licht bestückt war. Die Bühne war nicht komplett ausgeleuchtet, die von Musicals gewohnten eindrucksvollen Lichtstimmungen fehlten. Einzig die letzte Lichtstimmung, als Sissi und Franz Josef an den Altar traten, schien durchdacht. Die mikrophontechnische Abnahme der Darsteller funktionierte, bis auf einen kurzen Aussetzer während eines Songs, problemlos. Begleitet wurde das stimmgewaltige Ensemble von teilweise qualitativ schlechten Playbacks. Manche Textpassagen wurden sogar als Vollplayback eingespielt und von Tänzern des Ensembles dargestellt.

Wie bereits erwähnt überzeugte immerhin das bemühte Ensemble. Hervorzuheben sind hierbei die Leistung der Tänzer sowie die gesangliche Leistung der Hauptdarsteller. Überzeugen konnten auch die vielen originalgetreuen Kostüme. Das Bühnenbild selbst wirkte billig, auch wenn man sich sichtlich bemühte das Flair der damaligen Zeit einzufangen. In etwa sechs mal musste das Publikum dunkle Gestalten auf einer halbdunklen Bühne bei diversen Umbauarbeiten beobachten. Diese Umbauzeiten wurden durch Musikklänge überbrückt.

Alles in allem müssen wir den fehlenden Fluss, die billig wirkende Musik und die technische Umsetzung kritisieren. Wir hoffen, dass diese Probleme nur örtlich bedingt waren, denn der nicht mal halb volle Saal und die weiteren leeren Plätze nach der Pause sprechen für sich.

Die Produktion tourt aktuell noch bis 28. März 2013 in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

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