PremierenberichtÖsterreich

Jesus Christ Superstar kann auch lächerlich wirken

Datum: 28. März 2013 | Autor:

Alle Jahre wieder... Das Theater in der Innenstadt in Linz präsentiert dieses Jahr bereits zum dritten mal die Produktion JESUS CHRIST SUPERSTAR.



Die bewährte Sparte Musical soll auch trotz neuer Konkurenz des neuen Musiktheaters in Linz weiterhin im Theater in der Innenstadt seinen Platz finden. Musical ist abwechslungsreich, wandelbar und vielfältig. Das beweist auch Nikolaus Raspotnik als künstlerischer Leiter des kleinen Theaters, mit gemütlicher Atmosphäre, der mit gesundem Größenwahn immer wieder spannende Produktionen in sein Theater holt. Vergangenen Mittwoch feierte die zweite Wiederaufnahme aus dem Jahr 2010 mit einer neuen Cast seine Premiere.

Es ist schon eine besondere Herausforderung ein so berühmtes Stück aus der Feder von keinem geringeren als Andrew Lloyd Webber auf eine Bühne mit ca. fünf Meter Breite und geringerer Spieltiefe zu inszenieren. Als stimmgewaltig fielen Jesus-Darsteller Taris Brown sowie Judas-Darsteller Nicho Harras sehr positiv auf. Die gekonnte Emotion, welche Cordula Feuchtner als Maria Magdalena zur Schau stellte fehlte leider den meisten Kollegen in der Cast. In Ensemble-Szenen wurde teilweise nicht nur der Ernst der Geschichte nicht ans Publikum getragen, sondern die wohl weltweit bekannteste religiöse Geschichte beinahe ins Lächerliche gezogen.

Die technische Umsetzung des österlichen Bühnenklassikers war oftmals mehr als fragwürdig. Strobe-Effekte scheinen sehr in Mode zu kommen nachdem viele Lichtkegel auf die Cast nicht klar waren und ehrer störend wild zuckten. Die Lichtstimmungen waren deutlich schlampig programmiert und leider bis zur Premiere nicht perfektioniert. Auf Grund von eher billig wirkenden und teilweise nicht nachvollziehbaren Visualisierungen konnte scheinbar auf der Bühne leider auch kein komplettes Blackout geschaffen werden. Auch scheint Matthias Steiner, welcher sich für die Technik verantwortlich zeigt, jedem Darsteller sein persönliches Sounddesign geben zu wollen. Die Stimmen waren oft sehr dumpf, verzerrt und übersteuerten auch teilweise. Die zweiköpfige Band versuchte die eigentlich gewaltige Orchestrierung vereinfacht wiederzugeben, was im Großen und Ganzen sehr gut funktionierte. Etwas mehr musikalischer Druck täte der Produktion ganz gut.

Sehr positiv hervorzuheben waren erneut die schlichten, aber sehr passenden Kostüme aus dem Nähkästchen von Christine Wolf.

Alles in allem sehr gute Ansätze zu einer perfekten Wiederaufnahme im Jahr 2014.
Wir wünschen bereits jetzt TOI TOI TOI.

Unsere Bewertung

 


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JESUS CHRIST SUPERSTAR in Linz
JESUS CHRIST SUPERSTAR in Linz
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