Show

Afrika! Afrika!

nach einer Idee von André Heller

 Afrika! Afrika!

Afrika! Afrika!

nach einer Idee von André Heller

Infos Personen Songs Produktionen Medien Artikel Shop Auszeichnungen

Schnellinformationen

Show
Eine aktuelle Produktion
André Heller

Folgen Sie unseren Social Media Kanälen um keine wichtigen Infos zu verpassen

Allgemeine Informationen

„In Afrika gibt es viele Talente – vielleicht die größte Vielfalt an Talenten weltweit. Aber leider auch die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine gute Ausbildung in Tanz, Artistik oder anderen Berufen“, erklärt Georges Momboye, der nicht erst durch seine Mitarbeit an André Hellers AFRIKA! AFRIKA! zu einer Koryphäe afrikanischer Artistik und Tänze geworden ist.

Tanz und Bewegung haben eine lange und bedeutende Tradition in fast allen afrikanischen Kulturen – von Stammestänzen, über Initiationsriten bis hin zu Freuden- und Protesttänzen. Die afrikanischen Tanzformen reichen von den orientalisch-anmutenden Berbertänzen im Norden, über die wilden und gestenreichen Tänze aus dem Senegal oder die extrem schnellen Füße der Elfenbeinküste bis zum Gumboot-Dance (dt.: Gummistiefel-Tanz) Südafrikas, der in den 1880er Jahren in den Gold- und Diamantenminen um Johannisburg entstanden ist.

Vielen Afrikanern und afrika-stämmigen Menschen scheint ein gutes Rhythmusgefühl, eine besondere Beweglichkeit und tänzerisches Talent in die Wiege gelegt zu sein. Das mag wie ein Klischee klingen. Wer aber ein afrikanisches Dorffest oder das Finale einer Show von AFRIKA! AFRIKA! einmal selbst erlebt hat, ahnt, wovon die Rede ist. Artistische Elemente sind dabei einerseits fast überall Teil des Tanzes und andererseits oft ein elementarer Teil des täglichen Lebens – insbesondere von Kindern und Jugendlichen. An artistischem Talent gibt es darum in Afrika meist wenig Mangel, mangelhaft ist hingegen kontinental-übergreifend deren Förderung.

Eine der wenigen Ausnahmen oder auch einer der Vorreiter afrikanischer Zirkusförderung ist Marokko. In den dortigen Souks (Marktplätzen) buhlen traditionell neben Händlern auch zahlreiche Akrobaten und Gaukler um die Gunst des Publikums – und das schon seit Jahrhunderten. Seit 2009 betreibt Marokko mit dem Cirque Schems'y die erste professionelle Zirkusschule im Land. Entstanden aus einem Hilfsprojekt für Kinder und Jugendliche aus ärmsten Verhältnissen, verfügt die Schule heute über strenge Aufnahmeprüfungen, renommierte Lehrer und vergibt international anerkannte Diplome.

Als eine der Hochburgen der afrikanischen Zirkuskunst gilt Äthiopien. Allein in der Hauptstadt Addis Abeba gibt es mindestens zehn eigenständige Schulen und das 1991 gegründete Projekt „Circus Ethiopia“ hat es auch über die Grenzen Afrikas hinaus zu Ansehen gebracht. Äthiopien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Allein für die fast 100.000 Straßenkinder in Addis Abeba ist der Broterwerb durch Akrobatik einer der wenigen Hoffnungsschimmer auf ein besseres Leben. Die Schulen sind oft nicht mehr als lockere Treffen und Zusammenkünfte, manchmal in alten Lagerhallen, manchmal einfach unter freiem Himmel. Jeder zeigt, was er kann, man schaut sich etwas von anderen ab und wenn man besonders talentiert ist, bekommt man auch Hilfe oder bezahlte Auftritte. Den Durchbruch von Auftritten auf staubigen Dorfplätzen zu einer internationalen Karriere schafften Dank AFRIKA! AFRIKA! sowohl die zwei jungen Fußjongleurinnen Tirhas Gidey Abreha und ihre Kollegin Yagersew Ali Desta sowie die drei begnadeten Handstand-Akrobaten ‚Human Balance‘.

Engagierte Zirkusschulen, wenn auch sehr ärmliche, gibt es auch in Tansania, Burkina Faso und Guinea. Aus letzterer stammte beispielsweise die athletische Schlangenfrau Helene Sano, die 2013/2014 bei AFRIKA! AFRIKA! für Staunen sorgte. Das ostafrikanische Tansania erlebte durch AFRIKA! AFRIKA! gar einen gehörigen Aufschwung in der Zirkusausbildung. Tansania ist mit rund 50 Millionen Einwohnern das sechstgrößte Land Afrikas. Über 100 Sprachen werden in der ehemaligen britischen Mandatsmacht noch heute gesprochen. 2003 gründete Winston Ruddle dort die erste nennenswerte Zirkusschule, aus denen einigen Talenten auch der Sprung in die Produktionen von André Heller gelang sowie in weitere internationale Zirkus- und Varieté-Produktionen. Besonders bekannt sind die tansanischen Akrobaten für ihre kraftvollen Menschenpyramiden und Stangenakrobatik.

Oft sehr US-amerikanisch und westeuropäisch orientierte Akrobaten findet man in Südafrika. Bei AFRIKA! AFRIKA! waren neben den traditionellen Gumboot-Tänzern auch mehrmals südafrikanische Breakdancer mit höchstem artistischen Niveau zu bestaunen. Auch hier sind viele Ausbildungsmöglichkeiten aus Projekten gegen die Armut in den Townships entstanden. Zu den bekanntesten zählt die „Zip Zap Circus School“, die 1992 in Kapstadt gegründet wurde. Das Projekt will Kindern und Jugendlichen Perspektiven geben, aber vor allem Verantwortungsgefühl und Selbstvertrauen vermitteln. Unterstützung erhält das Projekt, das regelmäßig national und international auf Tour geht, unter anderem vom Kinder-Missionswerk „Die Sternsinger“ sowie vom Cirque Du Soleil.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, lebt die Zirkuskunst in Afrika hauptsächlich vom eigenen Engagement der Artisten dort – oftmals getrieben von der Hoffnung, mit akrobatischen Fähigkeiten schlicht den eigenen Lebensunterhalt verdienen zu können. Plattformen wie Youtube kommt dabei eine besondere Stellung zu. Hier können Akrobaten aus anderen Ländern und Kontinenten genau studiert werden. Beim Nachahmen werden die Originale dann oft erreicht und manchmal auch übertroffen. Eines haben die afrikanischen Künstler den Perfektionisten anderer Kontinente aber fast immer voraus: die Freude an dem, was sie tun.

Bezahlte Werbeanzeige
Bezahlte Werbeanzeige
Gesponserte Werbeanzeige
Gesponserte Werbeanzeige