Der Mann von La Mancha

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Der Mann von La Mancha

(5.0)

Der Mann von La Mancha

15. Okt. 2015 - 6. Mär. 2021
Wien, Volksoper
17. Oktober 2015
Deutsch

Autoren

Joe Darion
Liedtexte
Mitch Leigh
Musik
Dale Wasserman
Buch

Inhalt

Ort & Zeit der Handlung: Kerker in Sevilla, um 1600

Akt 1

Damit er sich wegen »Angriffen auf seiner Majestät Allerheiligste Katholische Kirche« vor der Inquisition rechtfertige, wird Cervantes mit seinem Diener Sancho in den Kerker gebracht; dort ist er zusammen mit Wegelagerern, Dieben, Mördern und sonstigem Gesindel, das sofort die armselige Habe der beiden plündert.

Man findet das Manuskript seines Romans und will es als wertloses Papier verbrennen. Der Dichter wird vor ein »Gericht« dieses Haufens gestellt und »verhört«. Er bekennt sich schuldig, ein Idealist zu sein, der das Leben nicht so sieht, wie es ist, sondern so, wie es sein sollte. Um sein Manuskript vor den Flammen zu retten, überredet er die Mitgefangenen, den Inhalt des Romans gemeinsam aufzuführen.

Wirklich schlüpfen alle fasziniert in die ihnen zugeteilten Rollen, und das Spiel beginnt: Alonso Quijano, ein Landjunker, alt, hager, hohlwangig, fasst den Entschluss, als fahrender Ritter unter dem Namen »Don Quixote de La Mancha« in die Welt zu ziehen, um alles Böse zu bekämpfen, alles Unrecht gutzumachen. Dass seiner ersten Heldentat gleich die Grundlage entzogen wird, ist in der Version des »Ritters von der traurigen Gestalt« das Werk seines Todfeindes, des Großen Magiers; er hat Don Quixotes Widerpart, den fürchterlichen Unhold Matagoger, in eine Windmühle verwandelt, noch ehe es zum Angriff kommen konnte.

Auf ihrem Weg steigen der Ritter und sein Knappe Sancho in einer elenden Schenke ab, die dem Phantasten als Schloss erscheint. Dort ist der Magd und Hure Aldonza jeder recht, allein Don Quixote sieht in ihr die Dame seines Herzens - das Ritterfräulein Dulcinea.

Im Landhaus Alonso Quijanos in der Mancha, der zentralspanischen Hochebene um Madrid, suchen inzwischen seine Nichte Antonia und die Haushälterin Rat beim Padre, wie man den Verrückten aufhalten könne. Antonias Verlobter, Dr. Sanson Carrasco, beschließt, dem »Gespött der ganzen Gegend« nachzureisen.

Wie es sich für einen Ritter gehört, sucht Don Quixote ein edles Fräulein, dessen Ehre er seine Heldentaten widmen kann. So hat Sancho der Auserkorenen - es ist Aldonza - ein Schreiben zu überbringen, mit der Bitte um ein Zeichen ihrer Gewogenheit. Sancho erklärt Aldonza, weshalb er seinem Herrn so treu folge. Aldonza begreift verständlicherweise nichts und hat von dem Brief nur das Hänseln der Treiber.

Der Schenke nähert sich ein Barbier, der das Bartbecken als Sonnenschutz auf seinem Kopf trägt. Don Quixote ist überzeugt, dass dieses Becken der sagenhafte goldene Helm des Mambrino ist, der jeden Mann mit edlem Herzen unverwundbar macht. Da er zu seinem Kummer niemals richtig zum Ritter geschlagen worden ist, bittet er den Wirt, den »Kastellan« seines »Schlosses«, von dessen Hand den Ritterschlag empfangen zu dürfen.

Dem mittlerweile samt Padre angekommenen Dr. Carrasco gelingt es nicht, ihn zur Heim-kehr zu bewegen. Seiner angebeteten Dulcinea sind die ritterlichen Ideale fremd. Für sie ist die Welt nur ein Misthaufen, in dem sie alle als Maden herumkriechen; für Don Quixote dagegen ist die Sendung eines wahren Ritters ein Befehl - nein, seine Freiheit. Don Quixote verteidigt ihre Ehre in einem erfolgreichen Kampf mit den Maultiertreibern und wird zum Ritter geschlagen.

Seine edlen Taten bringen Früchte: Aldonza pflegt die Wunden der übel zugerichteten Maultiertreiber. Zum Dank wird sie von ihnen bewusstlos geschlagen und in einem choreographisch angespielten Akt vergewaltigt. Don Quixote und Sancho setzen ihre Reise fort.

Jetzt wird das Spiel abrupt unterbrochen: Der Hauptmann und Männer der Inquisition schleppen einen Gefangenen weg, der sich schreiend wehrt. Dieser Zwischenfall hat alle Spieler in die Wirklichkeit zurückgeholt, und der Herzog nutzt diese Unterbrechung, Cervantes anzugreifen: »Ihr Verrückten missachtet das Leben. Ein Mann muss sich mit dem Leben abfinden, wie es ist«, schreit er. »Es ist vielleicht Wahnsinn, sich Träumen hinzugeben und Schätze zu suchen, wo nur Schutt ist. Aber der allergrößte Wahnsinn ist, das Leben so zu sehen, wie es ist, und nicht so, wie es sein sollte«, entgegnet ihm Cervantes. Dann wird das Spiel fortgesetzt.

Don Quixote fällt auf der Weiterreise räuberischen Mauren in die Hände. In fammervollem Zustand kehrt er mit Sancho zur Schenke zurück. »Ein Mann kann zehntausendmal unterliegen, er muss doch immer wieder aufstehn und den Kampf von neuem beginnen« kommentiert er seine Niederlage.

Aldonza kann für Quixotes Träume, die ihr nichts als Schmerzen gebracht haben, nur noch Verachtung empfinden. Da erscheint der Ritter der Spiegel und fordert Don Quixote zum Kampf auf. Er zwingt ihn, in den Spiegel der Wirklichkeit zu sehen, nämlich in den spiegelnden Schild seiner Gegner, der ihm stets nur sein eigenes Ich zeigt. Don Quixote sinkt geschlagen zusammen. Der Ritter gibt sich zu erkennen: es ist Dr. Carrasco.

Das Spiel wird abermals unterbrochen, und der Hauptmann verkündet, Cervantes habe sich für das Verhör der Inquisition jetzt bereitzuhalten. Die Gefangenen wollen aber zuvor noch den Ausgang des Spiels erfahren, und Cervantes improvisiert in Eile einen Schluss:

Wieder zu Hause, liegt der alte Mann, Alonso Quijano, der sich Don Quixote nannte, im Sterben. Sancho versucht ihn zu trösten. Da drängt sich plötzlich Aldonza ins Zimmer, um den Sterbenden an die Ehre des Don Quixote zu erinnern und an seine Dulcinea. Das alte Feuer erwacht, Don Quixote verlangt nach seinem Schwert und ruft Sancho. Zu spät, er stirbt. Der Padre singt den Totenpsalm.

Rückblende in die Wirklichkeit, in den Kerker: Cervantes erhält sein Manuskript zurück und wird mit Sancho zum eigentlichen Verhör abgeholt, vor die Mächtigen der Inquisition - in die Welt, wie sie ist ... 

Songs

# TITEL INTERPRETEN
1 Ouverture
2 Ich bin ich, Don Quixote
I, Don Quixote
Dichter Cervantes / Alonso Quijano
3 Mir ist jeder recht
It's All The Same
Aldonza
4 Dulcinea Dichter Cervantes / Alonso Quijano
5 Ich denke nur noch an ihn
I'm Only Thinking Of Him
Antonia, Haushälterin, und Padre
6 Wir denken nur noch an ihn (Reprise)
I'm Only Thinking Of Him (Reprise)
Antonia, Haushälterin, Padre, und Dr. Sanson Carrasco
7 Ich mag ihn
I Really Like Him
Sancho Pansa
8 Was will er bloß von mir
What Do You Want Of Me
Aldonza
9 Kleiner Fink, kleiner Fink
Little Bird, Little Bird
Anselmo, José, Juan, Paco, und Tenorio
10 Lied des Barbiers
The Barber's Song
Barbier
11 O du Goldhelm des Mambrino
Golden Helmet
Dichter Cervantes / Alonso Quijano, Sancho Pansa, Barbier, José, Anselmo, Juan, Paco, und Tenorio
12 Deine Dulcinea
To Each His Dulcinea
Padre
13 Er träumt den unmöglichen Traum
The Impossible Dream
Dichter Cervantes / Alonso Quijano
14 Ritterschlag - Ritter von der traurigen Gestalt
The Dubbing - Knight Of The Woeful Countenance
Gastwirt, Aldonza, und Sancho Pansa
15 Die Vergewaltigung
The Abduction
Intrumental
16 Er träumt den unmöglichen Traum (Reprise)
The Impossible Dream (Reprise)
Dichter Cervantes / Alonso Quijano
17 Ich bin ich, Don Quixote (Reprise)
I, Don Quixote (Reprise)
Dichter Cervantes / Alonso Quijano
18 Mauertanz
Moorish Dance
Intrumental
19 Aldonza Aldonza
20 Ein bisschen tratschen
A Little Gossip
Sancho Pansa
21 Dulcinea (Reprise) Aldonza
22 Er träumt den unmöglichen Traum (Reprise)
The Impossible Dream (Reprise)
Aldonza, und Dichter Cervantes / Alonso Quijano
23 Ich bin ich, Don Quixote (Reprise)
I, Don Quixote (Reprise)
Aldonza, Dichter Cervantes / Alonso Quijano, und Sancho Pansa
24 De Profundis
The Psalm
Padre
25 Finale: Er träumt den unmöglichen Traum (Reprise)
Finale: The Impossible Dream (Reprise)
Aldonza, sowie das Ensemble

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2016 Neustrelitz, Landestheater (N/A)
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Joe Darion, Dale Wasserman
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22.11.1965, in New York
04.01.1968, in Wien